Nachrüstsysteme

Systeme zur Nachrüstung von bereits zugelassenen Kraftfahrzeugen

Systeme zur Nachrüstung von bereits zugelassenen Kraftfahrzeugen werden auch in Deutschland in zunehmendem Maße mit Genehmigung (Teilegenehmigung) nach der international gültigen Regelung ECE-R 115 angeboten. Zumindest aus formaler Sicht ist die Nachrüstung von Anlagen mit dieser Teilegenehmigung am einfachsten. Sofern Kfz-Werkstätten eine Anerkennung als GSP-Werkstatt haben, können sie nach dem Einbau dieser Systeme zum Abschluss eine GSP durchführen und im Nachweis auch angeben, welche Änderungen der Fahrzeugdokumente von der Zulassungsstelle vorgenommen werden sollten.

Nach wie vor ist es allerdings so, dass beim Einbau von Nachrüstsystemen, die nicht serienmäßig eingebaut werden, auch solche Anlagen verwendet werden, die keine Teilegenehmigung nach ECE-R 115 haben. Nach dem Einbau dieser Systeme muss immer ein Einzelgutachten nach § 19 StVZO durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen (aaS) einer technischen Prüfstelle erstellt werden. Gerade aufgrund fehlender bzw. unvollständiger Abgasgutachten ist es beim Einbau von Nachrüstsystemen ohne Genehmigung nach ECE-R 115, in der Vergangenheit regelmäßig zu Problemen gekommen. Teilweise konnten mitgelieferte Dokumente die als Abgasgutachten bezeichnet wurden, bei der Erstellung des Einzelgutachtens nicht verwendet werden. Sofern im Einzelfall ein eigenes Abgasgutachten erstellt werden muss, ist dies mit Kosten von mehreren Tausend Euro verbunden.

Vor dem Einbau eines Nachrüstsystems ohne ECE-R 115-Genehmigung sollte daher vorab mit dem aaS, der später das Einzelgutachten erstellen soll, abgeklärt werden, ob die mitgelieferten Unterlagen ausreichend sind und mit welchen Kosten die Erstellung des Einzelgutachtens verbunden ist.

In der Praxis wird teilweise auch damit geworben, dass Nachrüstsysteme eine ECE-R 67/1 bzw. ECE-R 110-Genehmigung haben. Entsprechende Aussagen sind in jedem Fall falsch. Komplette Nachrüstsysteme können nicht auf Grundlage der ECE-R 67/1 bzw. ECE-R 110 genehmigt sein.

Bei allen Nachrüstsystemen müssen die einzelnen Bauteile (z.B. der Tank) immer auf Grundlage der ECE-R 67/1 (LPG) oder ECE-R 110 (CNG) genehmigt sein. Entsprechend genehmigte Bauteile sind an dem ECE-Genehmigungszeichen, das auf dem jeweiligen Bauteil angebracht werden muss, anzubringen.

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